Kleiner Wegweiser durch die Welt der Lampensockel

Der Ersatz herkömmlicher Leuchtmittel durch sparsame und langlebige LED ist heute genauso einfach wie das Auswechseln einer defekten Lampe. Die führenden Hersteller berücksichtigen bei ihren Produkten die bekannten Normen, so dass die Form des Anschlusses und des Außenkolbens sowie die elektrischen Daten genau passen. „Retrofit“ heißt das optische und technische Design, das die maximale Kompatibilität zu vorhandenen Beleuchtungen garantiert.

Mit dem folgenden Ratgeber bringen wir Ordnung in die Vielfalt unterschiedlicher Fassungen und Sockel. Es gibt klare Merkmale, die die Unterscheidung leicht machen und die Sie sicher zum passenden LED-Leuchtmittel führen.

Übrigens bezeichnet der Fachmann als Sockel das Bauteil am Leuchtmittel selbst, während die Fassung ein Teil der Leuchte ist. Der Sockel des Leuchtmittels bzw. der LED-Lampe wird in die Fassung der Leuchte geschraubt, gedreht oder gesteckt. Sockel und Fassung müssen deshalb zueinander passen, mechanisch wie auch elektrisch.

Schraubsockel

Schraubfassungen für Glühlampen gibt es schon seit mehr als hundert Jahren. Im Gedenken an Thomas Edison, dem die Erfindung der Glühbirne zugeschrieben wird und der ein Patent auf den Schraubsockel anmeldete, beginnen die Bezeichnungen der Norm auch heute noch mit einem E für Edison.

Schraubsockel E27

Schraubsockel E27

Das ist der Klassiker unter den Schraubgewinden. Seinen Namen trägt er, weil das Gewinde exakt 27 mm im Außendurchmesser misst. Im englischsprachigen Raum wird er auch ES oder MES genannt, die Abkürzung steht für (Medium) Edison Screw. E27-Gewinde gibt es bei normalen Glühlampen in Birnenform, aber auch bei Spots, Strahlern und manchmal auch bei Leuchtmitteln in Kerzenform. Der Sockel wird direkt mit Netzspannung, in Deutschland 230 Volt, versorgt, was den Austausch alter Glühlampen oder sogenannter Energiesparlampen gegen LED sehr einfach macht. Das neue Leuchtmittel wird ohne Werkzeug einfach in die Fassung eingeschraubt. LED-Leuchten für E27-Fassungen gibt es in sehr unterschiedlichen Helligkeiten. Sie ersetzen damit Glühlampen bis etwa 100 Watt, manche LED gehen sogar deutlich über die Helligkeit hinaus, die bei E27-Glühlampen möglich war. Während Sie bei Glühlampen wegen der großen Abwärme auf das Material der Fassung achten mussten – Duroplast nur bis 60 Watt, darüber hinaus Keramik – spielt das bei LED-Leuchtmitteln keine Rolle.

Schraubsockel E14

Schraubsockel E14

Vermutlich haben Sie es schon gewusst oder erraten: Der Sockel E14 ist der kleine Bruder des E27, denn er hat nur 14 mm Außendurchmesser. Die Fassung wird auch als Mignon bezeichnet. Vor allem bei dekorativen Leuchtmitteln in Kerzenform oder flachen Lampengehäusen ersetzt er den größeren E27-Sockel. Er kann platzsparend zum Beispiel in Kronleuchtern oder bei Möbeleinbauten eingesetzt werden. Üblich für den E14-Sockel waren Glühlampen bis 40 Watt, selten auch bis 60 Watt Leistung. Bei der Auswahl passender LED orientieren Sie sich aber nicht an der Leistungsaufnahme, sondern am Lichtstrom. 250 Lumen entsprechen zum Beispiel 25 Watt, 500 Lumen 40 Watt. Das sind die am meisten nachgefragten Helligkeiten für E14-Leuchtmittel.

Schraubsockel E40

Schraubsockel E40

Den großen Bruder des E27 mit 40 mm Gewinde-Durchmesser werden Sie im Haushalt nicht finden. Der GES, Giant Edison Screw, ist gedacht für Glühlampen mit Leistungen über 200 Watt. In Straßenlaternen gibt es solche leistungsstarken Leuchtmittel, ebenso in älteren Theater- und Filmscheinwerfern.

Stiftsockel für Halogenlampen

Die gängigen Typenbezeichnungen für die Stiftsockel beginnen mit den Buchstaben G oder GU. G steht dabei für Glas, denn das war das ursprünglich verwendete Material, aus dem die Kontaktstifte herausragen. Sockel mit einem zusätzlichen U haben in dem Glas Querrillen in U-Form. In der Lampenfassung ist eine Feder eingebaut, die von beiden Seiten einrastet und damit für sicheren Halt des Leuchtmittels sorgt. Der elektrische Kontakt wird über zwei Stifte hergestellt, deshalb werden die G-Sockel auch als Bipin bezeichnet. Die Zahl in der Sockelbezeichnung gibt den Stiftabstand in Millimetern an – im Zweifel kann man also einfach nachmessen.

Ihre Entstehung haben die Stiftsockel dem bereits erwähnten Patent von Edison auf das Schraubgewinde zu verdanken. Georg Westinghouse schuf die Bipins für die Weltausstellung in Chicago 1893 aus Sorge um anderenfalls fällige Lizenzgebühren.

Stiftsockel GU10

Stiftsockel GU10

Der Sockel GU10 wird für Leuchtmittel von Hochvolt-Halogenanlagen verwendet. Sie werden ohne Vorschaltgerät (Transformator) direkt mit Netzspannung betrieben, was den Austausch gegen LED besonders einfach macht. Die Kontaktstifte haben einen Abstand von 10 mm. Sie zeichnen sich durch eine besonders sichere Drehverriegelung aus. Die Stifte sind am unteren Ende auf jeweils 5 mm Durchmesser verdickt und passen damit in einen Bajonettverschluss der Fassung. Einmal hineingedreht, können sie nicht mehr einfach herausrutschen.

Stiftsockel G9

Stiftsockel G9

Auch der Sockel G9 wird direkt mit Netzspannung versorgt. Sie erkennen ihn leicht daran, dass er keine klassischen Pins besitzt, sondern zwei U-förmig gebogenen Drähte bzw. U-förmige Kontakte, deren Abstand in der Mitte 9 mm beträgt. Wie bei den GU10-Leuchtmitteln ist der direkte Austausch gegen LED möglich, ohne dass Sie sich um einen möglicherweise nicht kompatiblen Transformator sorgen müssten.

Stiftsockel GU5.3

Stiftsockel GU5.3

Dieser Sockel mit einem Pin-Abstand von 5,33 mm findet Verwendung in Niedervolt-Anlagen, die über einen vorgeschalteten Transformator mit 12 Volt versorgt werden. Auch der Durchmesser der Kontaktstifte ist genormt, er muss zwischen 1,47 und 1,65 mm betragen, damit die Stifte in der Fassung sicher halten. Der Sockel GU5.3 wird häufig mit einem Aluminium-Reflektor (AR) der Bauart AR111 kombiniert. Die Zahl steht für 111 mm Durchmesser. Damit können Sie sicher sein, dass auch dieses Einbaumaß passt. Eine andere Variante ist der Reflektortyp MR16. MR bezeichnet einen multifaceted reflector, also einen Hohlspiegel, der das Licht mittels kleiner Facetten reflektiert. Hier ist die Zahlenangabe nicht in Millimetern gemacht, sondern in achtel Zoll. MR16-Reflektoren haben also einen Durchmesser von 16/8 Zoll, das sind ungefähr 51 mm. Der Glaskörper ist üblicherweise 38 mm lang. Kleinere Leuchtmittel mit Stiftsockel GU5.3 entsprechen der Norm MR11, haben also 11/8 Zoll oder 35 mm Durchmesser. Sie finden die beiden Reflektoren auch unter den Bezeichnungen MR51 bzw. MR35, das Maß ist dasselbe.

Stiftsockel GU4

Stiftsockel GU4

Die nächstkleinere Version für Niedervolt-Halogenlampen ist der Sockel GU4 mit einem Stiftabstand von 4 mm und einem Durchmesser der Kontakte von 0,95 bis 1,05 mm. Der GU4-Sockel wird meist mit einem Reflektor des Typs MR11 (MR35) kombiniert und kommt überall dort zur Anwendung, wo der Platz knapp ist, also zum Beispiel in Design-Deckenleuchten oder bei Einbaulösungen.

Stiftsockel G4

Stiftsockel G4

Der Stiftabstand ist mit 4 mm derselbe wie beim Sockel GU4, aber Sie unterscheiden die beiden anhand der hier fehlenden U-förmigen Nut am Leuchtmittel. Die Kontakte des G4-Sockels sind außerdem mit 0,65 bis 0,75 mm noch etwas dünner als beim GU4.

Sockel R7s für Halogenstäbe

Sockel R7s für Halogenstäbe

Halogenstäbe gibt es in unterschiedlicher Länge und davon abhängigen Leistungsstufen. Allen gemeinsam ist der Sockel R7s, der ohne Transformator mit Netzspannung versorgt wird. Dieser erlaubt das Einstecken des Halogenstabes bzw. des modernen LED-Ersatzes in einen Reflektor, meist aus Aluminium. An beiden Seiten befinden sich Kontakte mit einer kräftigen Feder. Der Halogen- bzw. LED-Stab wird nach Abnehmen des Schutzglases zuerst an einem Ende eingesetzt und die Feder mit dem Stab dann so weit zurückgedrückt, dass er auch an der anderen Seite passt. Bei den Original-Halogenstäben war das nicht ganz einfach, denn einerseits soll man die Glaskolben nicht mit bloßen Händen anfassen, denn die Fettablagerungen verringern die Lebensdauer. Andererseits war aber auch ein gewisser Kraftaufwand nötig, was bei den zerbrechlichen Leuchtmitteln Verletzungsgefahr bedeutete. LED-Stäbe sind da weit weniger empfindlich.

Bajonettsockel B15d und B22d

Bajonettsockel B15d und B22d

Bajonettsockel, nach ihrem Erfinder auch Swan-Sockel genannt, besitzen eine Drehverriegelung, die einen sicheren Halt auch bei Bewegungen und Vibrationen bietet. Sie sind deshalb hauptsächlich bei Fahrzeugbeleuchtungen sowie an Maschinen zu finden. Für die Allgemeinbeleuchtung sind sie in Deutschland ein Nischenprodukt. In Großbritannien und Irland, in den USA und teilweise auch in Frankreich sind aber die Sockel B15d und B22d gebräuchlich. Anders als Autolampen werden sie mit voller Netzspannung betrieben. B steht für Bajonett, die Zahl bezeichnet den Durchmesser der Sockelhülse in Millimetern, der Buchstabe d bedeutet double, weil die Sockel über zwei Fußkontakte verfügen. Letzteres ist im Alltag problematisch, sofern es auf die Polung ankommt, denn der Sockel passt auf zwei Arten – jeweils um eine halbe Umdrehung versetzt – in die Fassung. Es gibt einige Ansätze, das zu verhindern, zum Beispiel durch unterschiedlich große Sockelnippel. Diese Verfahren sind aber nicht genormt. Haben Sie Schwierigkeiten mit Leuchtmitteln in einem Bajonettsockel, versuchen Sie einfach, sie um 180° verdreht einzusetzen.

Röhrensockel G13

Röhrensockel G13

Auch für Leuchtstoffröhren, die sogenannten Neonröhren, gibt es klare Vorgaben für die Sockel. Ähnlich wie die Stiftsockel für Halogenbeleuchtungen werden sie nach dem Abstand der Stifte bezeichnet. Neben der wenig verbreiteten Größe G5 wird im Haushalt und für gewerbliche Anwendungen besonders der Sockel G13 mit einem Stiftabstand von 12,7 mm und einem Stiftdurchmesser von 2,35 mm verwendet. Er kann mit unterschiedlichen Röhrendurchmessern, meist mit dem Typ T8 mit einem Durchmesser von 8/8 Zoll oder 25 mm, aber auch mit dem älteren Typ T12 mit einem Durchmesser von 12/8 Zoll oder 38 mm kombiniert sein. Länge und Lichtleistung der Röhren variieren, sind dabei aber unabhängig vom Sockel. Der Austausch von Röhren gegen entsprechende LED ist relativ einfach – mit den Stiften wird eine geschlitzte Scheibe so weit gedreht, bis die Stifte die Öffnung in der Fassung finden. Alles, was Sie vorher wissen müssen, ist, ob Ihre Röhren bereits über ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) verfügen. Sie können das einfach feststellen, indem Sie das Licht per Digitalkamera oder Smartphone beobachten. Flackert das Licht oder zeigen sich im Kamera-Display dunkle Streifen, haben Sie noch ein konventionelles oder verlustarmes Vorschaltgerät (KVG oder VVG). Achten Sie dann bei der Auswahl der LED-Röhre auf unsere praktischen Sets mit Starter-Ersatz.

Hülsensockel S14d oder S14s für Linienlampen

Hülsensockel S14d oder S14s für Linienlampen

Linienlampen oder Stablampen sehen aus wie Leuchtstoffröhren, nutzen aber in Wahrheit Leuchtwendeltechnik. Das macht den Austausch gegen LED-Röhren besonders einfach, denn sie haben die gleichen Eigenschaften wie Glühlampen und werden auch mit Netzspannung betrieben. Gängig sind für solche Lampen, die zum Beispiel an Bad- oder Garderobenspiegeln zu finden sind, sogenannte Hülsensockel der Bauart S14d oder S14s. S14d ist ein zentraler Sockel in der Mitte der Lampe, der über zwei Kontaktstifte verfügt. Bei der Bauart S14s gibt es dagegen je einen Sockel an jedem Ende der Lampe. Diese Bauform, die besonders bei längeren Stablampen praktisch ist, braucht dann aber nur einen Kontakt je Sockel.
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